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Montag, 06 September 2010
   
Auftaktveranstaltung 20 Jahre HLUW Drucken E-Mail

„Sei die Veränderung, die du in der Welt sehen möchtest." (Mahatma Gandhi)

Die HLUW Yspertal feiert ihr 20jähriges Bestehen mit einem Vortragszyklus zum Thema Nachhaltigkeit. Es wird bis zum November 2010 10 Veranstaltungen geben, die sich mit Themen wie Mobilität, Kommerzialisierung von Sozialleistungen, Erhaltung der Schöpfung, Migration und Integration, globale Gerechtigkeit oder Ressourcen- und Energiepolitik  auseinandersetzen. Ziel dieser Veranstaltungen ist es, den Gedanken der Nachhaltigkeit in die Gemeinde und in die Umgebung zu tragen. Gemeinsam mit den Partnerorganisationen der HLUW wie zum Beispiel dem Ökosozialen Forum oder der Dorferneuerung der Gemeinde Yspertal sollen umweltrelevante Projekte umgesetzt und visionäre Konzepte erarbeitet werden.

Die Auftaktveranstaltung am 17.Februar 2010 widmete sich dem Thema Mobilität unter dem Titel „Fliegen, fahren, gehen - Mobilität und Verkehr in einer nachhaltigen Zukunft." Gregor Sieböck , Gründer der NGO Global Change, eröffnete die Veranstaltung mit einem außergewöhnlichen Reisebericht. Er erzählte von seinem Fußmarsch, der ihn in einem Zeitraum von drei Jahren vom Wolfgangsee über Santiago De Compostella nach Finis Terre, von Ushuaia(Feuerland)  nach Quito(Ecuador), von Tihuana(Mexico) nach San Francisco, von Tokio nach Yokohama und schließlich noch durch ganz Neuseeland führte. Gregor Sieböck berichtete von seinen Erlebnissen, von seinen Begegnungen  und von seinen Erkenntnissen, die er auf dieser langen Reise gewonnen hat: Wenn man drei Jahre einen Rucksack schleppt, der alles enthält, was man zum Leben braucht, erkennt man sehr bald, mit wie wenig man eigentlich auskommen kann. Man beschränkt sich auf das Wesentliche, man lebt mit der Erde und erkennt sich bewusst als Teil von ihr. Man lernt, die vorhandenen Ressourcen nachhaltig zu verwalten. Herr Sieböck besitzt kein Auto, er setzt sich für einen verantwortungsvolleren Umgang mit unserer Erde ein. Sein Vortrag bot daher den idealen Einstieg zum Thema des Tages: Mobilität und Nachhaltigkeit.

Die Referate der nächsten beiden Redner, DI Tadej Brezina von der TU Wien und DI Christian Popp von der Abteilung für Gesamtverkehrsanlagen des Landes NÖ, erörterten die bestehende Situation im Zusammenhang mit Verkehr und Energieverbrauch. Sie stellten aber auch Konzepte und Ideen vor, wie man mittel- und langfristig Mobilität gewährleisten und Nachhaltigkeit sichern kann. Es ging aus beiden Referaten hervor, dass der Mensch sein Verhalten ändern muss, denn unser globaler Fußabdruck ist gegenwärtig größer als die Fläche unserer Erde. Wenn unser Lebensraum für nachkommende Generationen erhalten werden soll, muss sich der Energieverbrauch der Menschen drastisch senken, man muss auf erneuerbare Energien setzten und Wege finden verantwortungsvoller mit Ressourcen umzugehen. Da der Verkehr und dabei besonders der Individualverkehr eine enorme Belastung für unsere Umwelt darstellt, wurden Konzepte präsentiert, die Veränderungen in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft bringen werden.

Im Zuge einer Podiumsdiskussion unter Beteiligung der bereits genannten Redner sowie Bürgermeister Moser, HR Dir. Johann Zechner, Mag. Klemens Riegler vom Ökosozialen Forum und Michael Strasser, Schulsprecher der HLUW Yspertal kam man zu dem Schluss, daß man einerseits auf Regionalisierung und andererseits auf öffentliche Verkehrsmittel setzen muss.

Eine Belebung regionaler Wirtschaftskreisläufe hat nicht nur Vorteile für unsere Umwelt, sie bedeutet auch eine Aufwertung der ländlichen Regionen, der lokalen Produkte und schafft Arbeitsplätze. Ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung einer ressourcensparenden Zukunft ist die Verkehrsorganisation. In diesem Zusammenhang wurde besonders auf die Wichtigkeit der öffentlichen Verkehrsmittel wie Bus und Bahn hingewiesen. Besonders die Menschen am Land müssen ein Bewusstsein für die Vorteile der öffentlichen Verkehrsmittel entwickeln. Der neue Waldviertelbus, der seit 14.12. Zwettl und Ybbs verbindet, stellt eine öffentliche Grundversorgung im Verkehrswesen dar und soll dazu führen, dass der Individualverkehr mittel- und langfristig drastisch verringert werden kann. Es gibt bereits einige Regionen in Österreich wo derartige Versuche erfolgreich umgesetzt werden konnten. Das Projekt Waldviertelbus gibt Anlass zur Hoffnung, dass noch viele weitere ländliche Regionen mit Hilfe der öffentlichen Verkehrsmittel entlastet und aufgewertet werden können. Projekte wie diese werden Veränderungen bringen, die wir alle gerne sehen, denn sie sichern uns eine Zukunft auf diesem Planeten.

Podiumsdiskussion

 
 
Vortrag Sieböck
 Vortrag Sieböck
 
Podium
 Podiumsdiskussion

 

 

 

 
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